Sprachassistenten

Sprachassistenten – Lauschangriff durch Alexa & Co.?

Alexa hört mit: Was nun?

Lauschangriff? So behalten Sie Ihre Datenhoheit!

Sieben Mikrofone horchen in das eigene Wohnzimmer: Wer Amazons Alexa nutzt, fühlt sich oft abgehört. Tatsächlich nimmt der Sprachlautsprecher eingesprochene Befehle auf – doch Nutzer wissen oft nicht, dass sie dennoch die Datenhoheit haben. Wie Sie ohne Bedenken mit Ihrem Voice Assistenten sprechen können, lesen Sie hier.

Werde ich in den eigenen vier Wänden belauscht? Das fragen sich viele Käufer von Amazons Sprachassistenten. Jüngst sorgten Meldungen, dass alles Gehörte gespeichert und ausgewertet wird für Furore. Doch ganz überraschend kommt das nicht. Schließlich möchte Amazon sein Gerät weiterentwickeln und Nutzern die bestmöglichen Ergebnisse auf ihre Sprachanfragen liefern. Das hat nicht sofort etwas mit Spionage zu tun, dennoch ist es verständlich, dass Anwender sich im Smart Home sicher fühlen wollen und keine Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes dulden.

Vorweg: Die meisten Nebengeräusche im Wohnraum sind Echo-Geräten völlig egal, denn sie reagieren erst, wenn ihr Name fällt. Amazon Echo leuchtet dann blau und signalisiert damit, dass er zuhört. Nutzer können nun nach dem Wetter fragen oder ihre Lieblingsmusik abspielen. Diese Aufzeichnung landet auf dem Server von Amazon. Das dient der Entschlüsselung des Sprachbefehls, um eine passende Antwort bzw. Reaktion zurückzusenden. Ist Amazon Echo offline, versteht es nämlich gar nichts.

So stellen Sie Ihren Alexa-Datenschutz ein

Amazon bietet eine extra Seite für den Alexa-Datenschutz. Hier kann jeder seine eigenen Einstellungen vornehmen. Es ist zum Beispiel möglich, sich den Sprachverlauf anzeigen zu lassen und diesen manuell zu löschen. Zu den weiteren Einstellungsmöglichkeiten zählen:

– Kompetenzberechtigungen festlegen
– Einstellen, inwieweit Amazon die Daten zur Optimierung von Alexa nutzen darf

Je mehr Aufnahmen Amazon auswerten kann, umso präziser werden die Antworten. Dennoch sollte jeder Nutzer die Hoheit über seine Daten haben. Das garantiert der Konzern, indem individuell eingestellt werden kann, ob Amazon Services die Daten zu diesem Zweck nutzen darf. Wer das nicht möchte, kann dem Sprachassistenten diese Funktion verweigern. Amazon weist darauf hin, dass in diesem Fall neue Smart Home Funktionen nicht passgenau auf den jeweiligen Alexabefrager zugeschnitten sind. Die Datenverwaltung finden Sie auch unter der Alexa-Privacy-Seite.
Als manuelle Option gibt es noch die kurzzeitige Unterbrechung der Zuhörfunktion. Über diese verfügt jedes Echo-Gerät. Wird der Mute-Knopf gedrückt, leuchtet der smarte Speaker rot – das Zeichen für die Trennung des Mikrofons vom Strom.

Warum muss mein Sprachassistent denn stets online sein?

Weil das innovative Gerät mit der Cloud verbunden ist, das heißt ein regelmäßiger Datenabgleich mit Amazon-Servern spielt automatische Updates aus. Algorithmen kennt man nicht nur aus Science-Fiction Szenarien, die sich um die künstliche Intelligenz drehen. Social Media Managern dürften sie bestens bekannt sein, vor allem, da die Algorithmen von Facebook und Co. kaum noch nachzuvollziehen sind. Amazon verwendet natürlich auch spezielle Spracherkennungsalgorithmen, die sich stetig weiter verbessern sollen. Alexa gewöhnt sich zum Beispiel an die Aussprache ihres Besitzers und kann ihn dann besser verstehen. Dialekte werden von Echo-Geräten genauso berücksichtigt wie Hochdeutsch. Doch das geht nur mit lernenden Algorithmen und Auswertungen in der Cloud.

Schutz vor Hackern

Viele Deutsche fürchten vor allem Hackerangriffe. Noch so starke Passwörter lassen sich oft mühelos knacken. Doch in der Praxis ist es eigentlich simpler ein Smartphone zu hacken, als die Sprachsoftware von Amazon anzugreifen. Forscher haben sich der Sache angenommen und als mögliche Schwachstelle die Zusatzfunktionen identifiziert. Über diese kann durchaus Schadsoftware aufgespielt werden. Amazon bietet ja zahlreiche Skills an, die sich User für den Assistenten installieren können. Zum Beispiel ein Horoskop-Skill, das den Nutzern jeden Tag aus den Sternen vorliest. Wenn Hacker einen scheinbaren Skill entwickeln, den Amazon freigibt, kann darüber auch ein Virus mitgeschickt werden. Hier ist also bei der Auswahl der Befähigungen des Voice Speakers Obacht geboten. Jede Anwendung sollte überprüft und durch die Malware gejagt werden.

Datenschutz ist in gewisser Weise steuerbar

Sprachassistenten sind eine tolle Sache und können unseren Alltag erheblich erleichtern. Jeder kann selbst genug einstellen, um sich wirklich sicher zu fühlen und nicht zu viel von sich preiszugeben. Vor der Inbetriebnahme des Amazon Echo am besten alle Datenschutzmöglichkeiten aufrufen und die persönlichen Wünsche festlegen. Auch im Nachgang kann das Lauschen und weitersagen verboten werden.

Der Experte klärt auf

Intelligente Gebäudetechnik kann natürlich auch vollständig ohne Sprachassistent auskommen. Manche Anwendungen, vor allem wenn es um Komfort geht, machen aber mit einem Sprachassistenten erst so richtig Spaß. Geht es um Ambient Assisted Living, also Konzepte, die das alltägliche Leben älterer und auch gehandikapter Menschen unterstützen, sind die unglaublich vielfältigen Möglichkeiten durch Sprachassistenten kaum zu ersetzen.

Selbstverständlich klären wir als Experten unsere Kunden über das Thema Datenschutz und die wichtigsten Einstellmöglichkeiten von Sprachassistenz-Systemen auf. Genauso, wie wir darüber informieren, wie viel oder wenig sinnvoll ein solches System im jeweiligen Anwendungsgebiet ist. Sprechen Sie uns einfach darauf an!

Beitragsbild: Creative Commons Zero – CC0, Autor unbekannt – Link: Piqsels