Smarte Rollos von Ikea

‚Smarte‘ IKEA-Rollos mit einigen Nachteilen

IKEA hat den Smart Home-Markt für sich entdeckt und die vielfältigen (Umsatz-)Möglichkeiten, die intelligente Gebäudeautomation auch für ein Möbelhaus wie IKEA bieten kann. Nachdem man sich schon an smarten Lichtquellen und Lautsprechern versucht hat, kommt jetzt mit einem Rollo ein neues smartes Produkt in die Einrichtungshäuser.

Unter den IKEA-typischen Produkt-Namen Fyrtur und Kadrilj will der Möbelhersteller in Zukunft zwei Rollo-Arten verkaufen, die per Fernbedienung, App oder auf Zuruf herunter gelassen und herauf gefahren werden können. Die beiden Rollos unterscheiden sich dabei in ein Sichtschutzmodell, welches aber noch lichtdurchlässig ist und ein Verdunkelungsmodell, welches nicht nur gegen neugierige Blicke schützt, sondern den Raum auch komplett abdunkeln können soll.

Smart Home light?

Bei genauem Hinschauen haben die IKEA-Rollos allerdings relativ wenig mit intelligenter Gebäudetechnik zu tun. In Wirklichkeit handelt es sich nämlich einfach nur um ferngesteuerte Innen-Jalousien. Es ist allerdings in der heutigen Zeit nicht sonderlich beeindruckend, wenn ein elektronisches Gerät sich per Fernsteuerung bedienen lässt. Damit hätte mal allenfalls vor ein paar Jahrzehnten einen Hund hinter dem Ofen hervorlocken können. Lediglich die Erweiterung um die Funktion einer zeitgesteuerten Aktion sowie einer möglichen Sprachsteuerung über die wichtigsten Sprachassistenten Googles Assistant, Amazons Alexa und Apples HomeKit rückt die Rollos ein wenig in die Nähe von smartem Wohnen.

Das Wörtchen 'smart' in der Wort-Kombination Smart Home steht eigentlich für 'Intelligenz'

Ein ferngesteuertes Rollo fängt dann an intelligent zu sein, wenn es auf andere Ereignisse reagieren kann. Das geht aber nur, wenn verschiedene Sensoren mit dem Steuerungstool verbunden sind, die Ereignisse melden können. Ein richtig schlaues Rollo würde also beispielsweise ‚merken‘, wenn der Fernseher eingeschaltet wird und in diesem Fall „nachschauen“ wie die Lichtverhältnisse sind, also ob es überhaupt noch hell ist oder die Sonne so steht, dass sie ins Fenster scheint und blendet.

Nachteil 'Innen-Rollo'

Ein innen am Fenster angebrachtes Rollo hat den Nachteil, dass es zwar ein guter Sicht- und Lichtschutz sein, jedoch nicht das Aufheizen der beschatteten Räume verhindern kann. Ein außen angebrachtes Rollo hat also den Vorteil auch als Temperaturregulator genutzt werden zu können. Ist das Außenrollo mit intelligenter Gebäudetechnik vernetzt, kann es Strahlungswärme bei Bedarf hineinlassen und die Heizung kann sich selbst herunterregulieren. Dieses intelligente Zusammenspiel kann zu einer erheblichen Einsparung von Energiekosten führen.

Akku statt Stromanschluss

Die Rollos von IKEA sind mit einem Akku versehen. Es ist zwar korrekt, dass die Rollos dadurch unabhängig davon sind, ob Strom in der Nähe ist oder eine Leitung einigermaßen unauffällig zum Rollo verlegt werden könnte. Der Nachteil ist aber auch ganz klar, dass man den Akku immer wieder aufladen muss. IKEA verkauft zwar den Akku auch einzeln, sodass man – zumindest theoretisch – immer einen vollen Akku parat hat aber das spart auch nicht die Mühe des Akku-Wechsels; womöglich auch noch auf der Haushaltsleiter. Abgesehen davon, dass ein zusätzlicher Akku natürlich mit weiteren Kosten verbunden ist. Noch viel schlimmer ist es, wenn gleich mehrere Fenster mit den Rollos bestückt sind. Stellen Sie sich einen Raum mit vier, fünf oder gar sechs Fenstern vor. Da kann einem der Spaß an fernbedienbaren Rollos schon mal vergehen, wenn man dafür immer wieder Akkus tauschen und aufladen muss.

Unser Fazit

Die IKEA-Rollos sind sicher eine nette Sache, im direkten Vergleich mit wirklich intelligenter Gebäudetechnologie aber, zumindest nach derzeitigen Stand, nicht mehr als eine Spielerei. Sollte der Anbieter irgendwann die Möglichkeit einer Vernetzung mit anderen steuerbaren Produkten ermöglichen, könnte dies den Nutzen des Produktes erhöhen.

Ein Zimmer mit mehreren Fenstern mit den fernbedienbaren Rollos auszurüsten kostet mehrere Hundert Euro. Das ist dann schon gleich ein nicht unerheblicher Kostenfaktor. Das Verhältnis von Kosten und Nutzen ist in diesem Fall aus unserer Sicht doch eher fragwürdig.

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Beitragsbild: Bild von mastrminda auf Pixabay