Smarter Türöffner

Smart Home-Startup Nello macht schlapp

Die Pleite des Smart Home-Startup Nello zeigt, welche Risiken der boomende Anbieter-Markt für Smart Home Produkte für den Endverbraucher in sich birgt.

Als Verbraucher werden Sie derzeit aus allen Richtungen verführt Ihr Zuhause smarter zu machen. Sogar Möbelhäuser bieten inzwischen die intelligenten kleinen Helfer an, die Ihr Haus oder Ihre Wohnung auf ein neues technisches Niveau heben sollen. Für den Laien ist es allerdings schwer die Qualität der Angebote, vor allem hinsichtlich des wirklichen Nutzwertes und damit des wirklichen Preis-Leistungsverhältnisses, richtig zu beurteilen.

Aber nach ein paar Monaten festzustellen, dass das gekaufte Produkt letztlich doch weit weniger Nutzen bringt als gedacht und sich am Ende als teure Spielerei entpuppt ist das eine. Der Fall des in Konkurs gegangenen Anbieters Nello hat gezeigt, das die Tücken der Technik weitaus problematischer sein können.

"Du kriegst die Tür nicht zu"

Das Smart Home-Startup Nello hatte einen smarten Türöffner entwickelt und vertrieben. Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass die Pleite des Herstellers allenfalls ärgerlich ist, weil es in Zukunft keine Garantie, keine Reparatur oder Ersatzteile für den Türöffner gibt. Das eigentliche Problem ist aber wesentlich größer. Der Türöffner brauchte, um zu funktionieren, nämlich einen Zugriff auf eine Online-Cloud des Anbieters. Durch dessen Pleite jedoch, steht auch diese Cloud nicht mehr zur Verfügung. Da bekommt der Spruch „Du kriegst die Tür nicht zu“ für die armen Nutzer des Gerätes eine ganz neue Bedeutung. Schlimmer wäre wahrscheinlich nur noch die Tür nicht mehr AUF zu kriegen.

Fall Nello zeigt die Problematik für den Nicht-Fachmann

Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit war sich so gut wie keiner der Nello-Kunden der Problematik und der Abhängigkeit vom Hersteller des erworbenen Produktes bewusst. Dies kann auch vom Endverbraucher nicht erwartet werden. Der Fall zeigt aber gut auf, dass gerade bei komplexen technischen Geräten der Teufel im Detail stecken kann und das die Freude über einen vergleichsweise günstigen Preis nicht unbedingt immer lange währt.

Gute Planung ist entscheidend

Sowieso ist dringend davon abzuraten ohne Plan smarte Geräte diverser Anbieter zu installieren. Ein Smart Home ist nämlich nur dann ein solches, wenn die intelligente Gebäudetechnik auch gut miteinander vernetzt ist. Der Türöffner von Nello wird es aber schwer haben mit den Rollos von IKEA zusammenzuarbeiten.

Unser Tipp

Wenn Sie wirklich Freude und einen echten und dauerhaften Mehrwert haben möchten, ist die Einbeziehung eines Experten immer ratsam. Selbst wenn Sie technisch versiert sind, ist es dennoch kaum möglich den Markt gut genug zu kennen um sich ein umfassendes Urteil bilden zu können, welche Systeme Ihren individuellen Ansprüchen genügen. Ein gut geplantes Smart Home ist keine Spielerei. Es wird nicht nur Ihren Alltag erleichtern, sondern Ihre Investition auch im Laufe der Zeit amortisieren.

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